St.Otmar trauert um Martin Rutishauser

Fritz Bischoff

26 Sept. 2026

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St.Otmar trauert um Martin Rutishauser26 Sept. 2026Martin Rutishauer ist im Alter von 78 Jahren gestorben – neben zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Funktionen war er bei St.Otmar auch NLA-Trainer und Präsident

Martin Rutishauer ist im Alter von 78 Jahren gestorben – neben zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Funktionen war er bei St.Otmar auch NLA-Trainer und Präsident

Martin rutishauser sw
Martin rutishauser sw

Nach kurzer, schwerer Krankheit ist am 18. September 2026 Martin Rutishauser im Alter von 78 Jahren verstorben. Während Jahrzehnten setzte sich der St.Galler zuerst für den Handball und später für die gesamte nationale und internationale Sportbewegung ein. Er war in den vergangenen Jahrzehnten eine prägende Persönlichkeit.

Seine Leidenschaft für den Handball begann als 14jähriger beim CVJM St.Gallen. Seine Fähigkeiten als Linkshänder brachten ihn schnell einmal in die Nationalliga B und Nationalliga A beim BTV St.Gallen. Bald folgten auch Aufgebote in die Junioren-Nationalmannschaft. Ab 1968 begann er mit der Trainerausbildung. Im damaligen Handball-Ausschuss, dem Vorgängerverband es 1974 gegründeten Schweizer Handball-Verbandes, war er in der ersten Ausbildungsklasse, in der Handball-Instruktoren ausgebildet wurden, dabei. Später folgte das Diplom zum Trainer 1 NKES. Seine Trainertätigkeiten führten vom CVJM St.Gallen mit Juniorenschweizermeistertitel und Aufstieg von der 2. Liga in die Nationalliga B über die Regionalauswahl Ostschweiz bis zur Junioren-Nationalmannschaft (1975 – 1981) und dem Traineramt in der Nationalliga A bei St.Otmar (1978/79).

Seine Erfahrungen aus der praktischen Arbeit für und mit dem Handball brachte Martin Rutishauser später in seine Laufbahn als Funktionär ein. 1983 wurde er in den Zentralvorstand des Schweizerischen Handball-Verbands gewählt. Diesem gehörte er bis 1997 an, zuerst als Rechtskonsulent, dann als Chef der Nationalmannschaftskommission und schliesslich während 4 Jahren als Vizepräsident und «Aussenminister». Für seine grossen Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. 1993 wurde er in den Exekutivrat des Schweizerischen Olympischen Komitees (SOC) gewählt. Beim Zusammenschluss von SOC und Landesverband für Sport (SLL) zum Schweizerischen Olympischen Verband (heute: Swiss Olympic) behielt er sein Amt. Auf den 1. Januar 1997 übernahm er die Funktion als ehrenamtlicher Generalsekretär für olympische Belange. In dieser Funktion gehörte er während 13 Jahren dem Exekutivrat von Swiss Olympic an.

Zwischen 1998 und 2008 hatte er an sechs olympischen Spielen (3 mal Winter, 3 mal Sommer) die Missionsleitung der Schweiz inne. Auf europäischer Ebene arbeitete er während acht Jahren in der Kommission für das European Youth Olympic Festival (EYOF) mit und wirkte an zwei Winter-EYOF (2005 und 2009) als Chairman der EOC-Coordination Commission. Im Herbst 2004 übernahm er das OK-Präsidium für die Handball Euro '06 in der Schweiz - mit St.Gallen als Spielort für die Schweizer Mannschaft. 2009 war er Leiter der TaskForce «Otmar4ever» und hatte damit wesentlichen Anteil daran, dass St.Otmar vor dem drohenden Konkurs gerettet werden konnte. In den folgenden zwei Jahren war er Präsident der St.Galler Nationalliga A-Handballer. 2019 wurde ihm der Ehrenpreis beim Sankt Galler Sportpreis für seine eindrückliche Arbeit zu Gunsten des Sportes zugesprochen. 2022 übernahm Martin Rutishauser mit dem OK-Präsidium der National Summer Games von Special Olympics in St.Gallen seine letzte grosse Aufgabe als bewährter Organisator. Dass ihm die Inklusion ein grosses Anliegen war, zeigte er im Mai dieses Jahres – als ihm, schon in Kenntnis seiner Erkrankung – der Besuch der National Summer Games in Zug ein grosses Anliegen war.

Nebst seinem grossen Engagement als Handballer, Sportförderer und Organisator war er beruflich als Jurist und Gerichtspräsident beim Kanton St.Gallen tätig. Als Bürgerrat und Parlamentspräsident widmete er sich aber auch der Politik und präsidierte neun Jahre lang die «Valida St.Gallen».

Martin Rutishauser bleibt als grosser Förderer des Handball, des gesamten Sportes und als engagierter Mensch in vielen anderen Bereichen in wohlwollender Erinnerung. Den Angehörigen und ganz besonders seiner Frau Ruth ist das aufrichtige Beileid unzähliger Menschen, die Martin Rutishauser schätzten, gewiss.