Hitchcock ohne Happy End: St.Otmar verliert Playoff-Krimi in Winterthur

Marco Ellenberger

09 Apr. 2026


Der TSV St.Otmar hat das Auftaktspiel des Playoff-Viertelfinals gegen Pfadi Winterthur unglücklich mit 28:29 (15:17) verloren. In der mitreissenden und umkämpften Schlussphase brachten die St.Galler eine knappe Führung nicht über die Zeit. Weiter geht es am Sonntag in der Kreuzbleiche.

Andrin Dörwaldt im Playoff-Viertelfinal gegen Pfadi. (Martin Deuring, 09.04.2026)

Der Drittplatzierte und der Sechstplatzierte der Hauptrunde lieferten sich erwartungsgemäss gleich im ersten Spiel der Serie ein denkwürdiges Duell. Pfadi und St.Otmar, das wieder auf Marcus Stroustrup zählen konnte, begegneten sich vor 1'400 Fans in der Eulachstadt komplett auf Augenhöhe. Keine Mannschaft konnte sich im Spielverlauf mit mehr als einem Tor absetzen – mit einer Ausnahme: Pfadi führte kurz nach der Pause mit 18:15. Wenige Minuten später glichen die St.Galler zum 19:19 aus, und ab dann gingen die beiden Equipen quasi wieder im Gleichschritt weiter.

Die Gäste, die mit Andreas Björkman Myhr (14 Paraden) einen starken Torhüter hatten, erarbeiteten sich in der letzten Viertelstunde immer wieder kleine Vorteile. Moritz Heinl, der viel Verantwortung tragen durfte und ein starkes Spiel machte, schaffte in der Schlussphase mit seinen Toren zum 27:27 und zum 28:27 die Wende und brachte St.Otmar in Führung. Es sollte aber der letzte Treffer von Gelbschwarz bleiben. Alessio Lioi glich für Pfadi aus, Niclas Mierzwa verwertete für den Gastgeber 20 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Siebenmeter. St.Otmar kam zwar noch zur Chance zum Ausgleich, aber Keeper Ramon Kusnandar wehrte den unter Bedrängnis abgegebenen Wurf von Marcus Stroustrup mit der Schlusssirene ab.

St.Otmar ging auch im vierten Vergleich mit Pfadi Winterthur in der laufenden Saison als Verlierer vom Feld, dabei zum zweiten Mal hintereinander mit nur einem Tor Differenz. Das zeigt aber umgekehrt auch, wie nahe die St.Galler in diesem Duell tatsächlich dran sind. Erst recht, wenn ihnen starke Mannschaftsleistungen gelingen. Neben Heinl (4) taten sich Joschua Braun (7) und Stroustrup (5) als beste Torschützen hervor. Björkman Myhr gewann den Goalievergleich gegen seine Winterthurer Kontrahenten deutlich. Und auch insgesamt wiesen die St.Galler am Ende mehrheitlich die besseren Kennzahlen aus. Sie begingen bloss den einen oder anderen Fehler zu viel – und Pfadi nutzte das gnadenlos aus.

Die Playoffs sind jedenfalls lanciert. Die zweite Begegnung der Best-of-5-Serie findet am Sonntag um 17.00 Uhr in der Kreuzbleiche statt. Die St.Galler werden alles daran setzen, das erste Playoff-Spiel seit vier Jahren zu gewinnen. Das gelang nämlich letztmals im Frühling 2022. Der Gegner hiess damals: Pfadi Winterthur.

Telegramm

Pfadi Winterthur – TSV St.Otmar 29:28 (17:15)
AXA Arena – 1'412 Zuschauer/innen – Sr. Abalo/Maurer.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Pfadi; 3mal 2 Minuten gegen St.Otmar.
Pfadi: Grazioli (1 Parade), Kusnandar (7 Paraden); Eggert (2), Hübner (3), Mierzwa (6/4), Simic (2), Rellstab (5), Heer, Parkhomenko, Baumann, Krecic (3), Freiberg, Colakovic (3), Lioi (4), Köder, Mirdita (1).
St.Otmar: Björkman Myhr (14 Paraden), Jochum; Bolt, Tobler, Dörwaldt (2), Brülisauer (1), Heinl (4), Stroustrup (5), Löfström (2), Höning (1), Jessen (3), Alves (1), Schneider, Möller (2), Braun (7/4), Wetzel.
Bemerkungen: St.Otmar ohne Lacok und Locher (beide verletzt).