Dezimiertes und fehlerhaftes St.Otmar bleibt in Spiel 3 ohne Siegchance
Marco Ellenberger
16 Apr. 2026
Der TSV St.Otmar hat das dritte Spiel des Playoff-Viertelfinals auswärts gegen Pfadi Winterthur diskussionslos mit 24:32 (13:18) verloren. Nach ausgeglichener Startphase führte der Ausfall von Andreas Björkman Myhr – erneut nach einem Kopftreffer – zu einem Bruch im St.Galler Spiel.

Pfadis Grega Krecic gegen die Abwehr St.Otmars. (Martin Deuring, 16.04.2026)
St.Otmar stand ohne den angeschlagenen Abwehrchef Tobias Wetzel und infolgedessen mit mehreren Umstellungen am Donnerstag in Winterthur ohnehin vor einer komplizierten Aufgabe. Nach zwölf Minuten kam ein weiterer Nackenschlag dazu: Torhüter Andreas Björkman Myhr, zuletzt eine unverzichtbare Stütze im St.Galler Kollektiv, wurde zum zweiten Mal in dieser Saison und zum vierten Mal in zwei Jahren heftig am Kopf getroffen und konnte fortan nicht mehr mittun. Pfadi nutzte die kurzzeitige Schockstarre der Gäste und stellte von 4:4 innert weniger als vier Minuten auf 8:4. Eigentlich war den Match danach gelaufen.
Allerdings wäre es zu kurz gegriffen, die klare Niederlage nur an den Ausfällen von Wetzel und Björkman Myhr festzumachen. St.Otmar agierte in der AXA Arena gegen ein stabiles und breit abgestütztes Pfadi Winterthur insgesamt zu fehlerhaft und kriegte kaum einmal Zugriff auf die Partie. Defensiv fehlten die Automatismen, offensiv die Genauigkeit und die Durchschlagskraft. Kaum ein anderer Spieler konnte in die Bresche springen; umso mehr als Marcus Stroustrup in der zweiten Halbzeit ebenfalls nicht mehr eingesetzt wurde.
Zur Wahrheit gehört aber natürlich trotzdem, dass Philipp Jochum, der seine Sache in der zweiten Halbzeit ordentlich machte und dem der eine oder andere schöne Save gelang, die Ausstrahlung und die starke Form seines schwedischen Torhüterkollegen nicht kompensieren konnte. Und auch, dass mit Wetzel nicht nur der Stratege im Abwehrzentrum, sondern der zuletzt auch so wertvolle emotionale Leader fehlte. So entwickelte sich ein untypischer Playoff-Match, der bald einmal vor sich hin plätscherte und bei dem die Luft draussen war. Nach einer Dreiviertelstunde führte Pfadi bereits mit 27:17.
Beide Mannschaften schalteten entsprechend früh in den Verwaltungsmodus, gerade auch im Wissen, dass bis zu Spiel 4 der Serie am Samstag in der Kreuzbleiche nicht einmal 48 Stunden bleiben. St.Otmar muss hoffen, dass die kurze Zeit für die Genesung von Wetzel und Björkman Myhr reicht. Und gleichzeitig dürfen sich die Gelbschwarzen auch einer Plattitüde bedienen: In den Playoffs spielt die Höhe einer Niederlage keine Rolle – in der Serie steht es trotzdem nur 1:2. Und wozu die St.Galler in der Kreuzbleiche mit dem Publikum im Rücken in der Lage sind, haben sie am vergangenen Sonntag eindrücklich bewiesen.
Telegramm
Pfadi Winterthur – TSV St.Otmar 32:24 (18:13)
AXA Arena – 1'592 Zuschauer/innen – Sr. Boshkoski/Stalder.
Strafen: Je 5mal 2 Minuten.
Pfadi: Kusnandar, Grazioli (8 Paraden); Eggert (2), Hübner (2), Mierzwa (7/3), Simic (2), Rellstab (4), Heer, Parkhomenko (3), Baumann, Krecic (4), Freiberg (1), Colakovic (2), Lioi (3), Köder (1), Mirdita (1).
St.Otmar: Björkman Myhr (2 Paraden), Jochum (ab 12./6 Paraden); Bolt, Tobler, Dörwaldt, Brülisauer (3), Niederer, Heinl (2), Stroustrup (1), Löfström (5/2), Höning (1), Jessen (3), Alves (1), Schneider (1), Möller (2), Braun (5/5).
Bemerkungen: St.Otmar ohne Lacok, Wetzel und Locher (alle verletzt). Björkman Myhr nach Kopftreffer verletzt ausgeschieden (12.). Grazioli hält Penalty von Braun (46./27:17).
Playoff-Viertelfinal
Pfadi Winterthur (3.) – TSV St.Otmar (6.)
Stand: 2:1*
Spiel 1: Pfadi Winterthur – TSV St.Otmar 29:28
Spiel 2: TSV St.Otmar – Pfadi Winterthur 34:31 n.V.
Spiel 3: Pfadi Winterthur – TSV St.Otmar 32:24
Spiel 4: Sa, 18.4., 18.00 Uhr, Kreuzbleiche
Spiel 5 (ev.): Mi, 22.4., 19.15 Uhr, AXA Arena










