«Die Modernisierung der Kreuzbleiche ist für uns existenziell»

Marco Ellenberger

15 Mai 2026


Die Stadt St.Gallen hat eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung und Modernisierung der Sporthalle Kreuzbleiche zusammen mit einer (mit)finanzierenden Mantelnutzung Wohnen in Auftrag gegeben. Mit der Halter AG wurde dafür ein Partner mit viel Erfahrung in diesem Bereich gefunden. Für St.Otmar ist dieser Weg und das damit verbundene Zeichen enorm wichtig, wie Präsident Alex Hüttenmoser ausführt.

Huemo kreuzbleiche
Huemo kreuzbleiche

Alex Hüttenmoser, warum braucht es die Sanierung und Modernisierung der Sporthalle Kreuzbleiche?

Die Kreuzbleiche ist unsere Heimat. Aber sie ist in die Jahre gekommen und genügt den Ansprüchen an eine moderne Sportstätte nicht mehr. Entsprechend schränkt das auch die strategisch angestrebte Entwicklung unserer Heimspiele und unseres Vereins grundsätzlich ein. Der Schweizerische Handball-Verband trägt seit 2016 keine Männer-Länderspiele mehr in St.Gallen aus, weil die Kreuzbleiche nicht mehr das bieten kann, was es heute für einen zeitgemässen Event braucht.

Warum hat das für St.Otmar so grosse Auswirkungen?

Der Spitzensport hat sich in den vergangenen Jahren extrem gewandelt und entwickelt. Wir bewegen uns im Schweizer Handball mittlerweile in einem Umfeld mit enorm starker Konkurrenz, nicht zuletzt was die Infrastruktur angeht. Winterthur, Schaffhausen, Kriens oder Bern spielen in topmodernen Arenen. Da können wir mit der heutigen Situation in der Kreuzbleiche schlicht nicht mehr mithalten, zum Beispiel was die Vermarktung, das Erlebnis, den Komfort oder die Bewirtschaftung von Gästen angeht. Wir stossen immer mehr an Grenzen. Ohne zeitgemässe Infrastruktur wird Spitzenhandball in ein paar Jahren nicht mehr möglich sein. Die Modernisierung der Kreuzbleiche ist für uns existenziell, wir brauchen eine Perspektive. Und das jetzt von der Stadt kommunizierte Vorgehen hilft da enorm.

St.Otmar unterstützt also das gemeinsame Vorgehen der Stadt und der Halter AG mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie?

Ja, vorbehaltlos. Genau so ein Zeichen haben wir uns gewünscht und ein Stück weit auch gefordert. Wir wissen, dass das ein erster kleiner Schritt auf einem langen Weg ist, aber die Botschaft, die mit diesem Schritt gesendet wird, ist unbezahlbar wichtig. Es braucht zwingend eine Modernisierung der Kreuzbleiche, um weiterhin Spitzenhandball in St.Gallen zu ermöglichen. Die konstruktive, offene Zusammenarbeit mit der Stadt sowie mit der Halter AG macht Mut.

«Keine andere Handball-Arena in der Schweiz ist mit so viel Tradition und mit so viel Geschichte verbunden. Die Kreuzbleiche ist ganz eng mit der Historie des TSV St.Otmar verknüpft.»

Alex Hüttenmoser (Präsident TSV St.Otmar)

Inwiefern ist St.Otmar in das nun von der Stadt St.Gallen gestartete Projekt mit der Machbarkeitsstudie involviert?

Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, also mit den Vertreterinnen und Vertretern der Stadt sowie auch mit der Halter AG, ist eng und bereichernd. St.Otmar wird, gemeinsam mit den anderen städtischen Handballclubs, über die IG Handball vertreten. So können wir unsere gemeinsamen Interessen optimal bündeln. Gleichzeitig ist aber auch allen Beteiligten bewusst, dass St.Otmar weiterhin der publikums- und eventmässig grösste Nutzer der Kreuzbleiche sein wird. Die beiden Playoff-Spiele im April gegen Pfadi Winterthur haben eindrücklich gezeigt, was wir auslösen können. Entsprechend hat unsere Stimme viel Gewicht.

In einem Interview im St.Galler Tagblatt war zu lesen, dass künftig auch Unihockey eine modernisierte Kreuzbleiche nutzen soll. Wie steht St.Otmar dazu?

Diese Überlegungen unterstützen wir selbstverständlich. Die Kreuzbleiche muss auch von anderen Sportarten genutzt werden können, die zeitgemässe Sportevents in dieser Grössenordnung durchführen wollen. Das ist für die nachhaltige Finanzierung des Betriebs sogar entscheidend. Gleichzeitig haben wir über die IG Handball aber von Beginn an darauf hingewiesen, dass die Kreuzbleiche aktuell abends und – während der Saison – an Wochenenden praktisch durchgehend von Handball ausgelastet ist. Wenn Platz für Unihockey oder andere Sportarten geschaffen werden soll, braucht es andernorts zusätzliche Hallenfläche, und zwar für Trainings sowie für Wettkämpfe mit einer gewissen Zuschauerkapazität. So eine mittelgrosse Halle fehlt aktuell in der Stadt, und ohne so eine Halle wird es tatsächlich schwierig, in der Kreuzbleiche Kapazitäten für weitere Veranstaltungen zu erhalten. Diese Thematik wurde aber von der Stadt ebenfalls bereits aufgenommen und es gibt verschiedene Überlegungen dazu.

Warum ist die Modernisierung der Kreuzbleiche aus Sicht St.Otmars der richtige Weg, und nicht der Bau einer neuen Halle, wie beispielsweise in Winterthur oder Schaffhausen?

Wir haben gemeinsam mit anderen Sportvereinen mögliche Alternativen geprüft, wie das mittlerweile abgebrochene Projekt Sportfeld im Gründenmoos. Wir haben aber von Anfang an immer betont, dass die Kreuzbleiche unsere Wunschlösung ist. Keine andere Handball-Arena in der Schweiz ist mit so viel Tradition und mit so viel Geschichte verbunden, die Halle ist ganz eng mit der Historie des TSV St.Otmar verknüpft. Ausserdem liegt sie an einem hervorragenden zentralen Standort und hat von ihrer Grundsubstanz her eine optimale Grösse. Für den Handball und für St.Otmar, aber auch für den Sport in der Stadt St.Gallen, scheint es uns essentiell, diese Werte zu bewahren.

Medienmitteilung der Stadt St.Gallen