St.Otmar begeistert mit Aufholjagd und gleicht die Playoff-Serie aus
Marco Ellenberger
12 Apr. 2026
Der TSV St.Otmar hat das erste Heimspiel der Viertelfinal-Serie gegen Pfadi Winterthur auf dramatische Weise mit 34:31 nach Verlängerung gewonnen. Vor über 1'300 Fans in der Kreuzbleiche lagen die St.Galler scheinbar aussichtslos zurück – und schafften die grosse Wende.

Emotionen pur bei Marcus Stroustrup (links) und Andreas Björkman Myhr. (Martin Deuring, 12.04.2026)
Handballherz, was willst du mehr? St.Otmar und Pfadi Winterthur lieferten sich wie schon am vergangenen Donnerstag einen mitreissenden und begeisternden Playoff-Krimi. Mit viel Physis, vielen Emotionen und trotz drei Roten Karten – nach jeweils unglücklichen Aktionen – mit gegenseitigem Respekt viel positiver Energie.
Die St.Galler zeigten lange eine ansprechende Leistung, schafften es aber nicht, sich zu belohnen. Nach etwas mehr als einer Dreiviertelstunde standen unter anderem drei vergebene Siebenmeter in der Statistik, und Pfadi, das ab der 22. Minute die Disqualifikation von Oliver Eggert kompensieren musste, war nicht unbedingt das bessere, aber halt das deutlich effizientere Team. Als Lukas Köder für die Gäste auf 23:17 erhöhte (44.), sprach nicht mehr viel für Gelbschwarz, zumal sich St.Otmar in jener Phase schwertat, Lösungen zu finden.
Es brauchte Führungsspieler, die Verantwortung übernahmen, und es brauchte einen Wechsel des Momentums. Und der kam tatsächlich noch, ganz spät in der Partie. Michael Suter bezog acht Minuten vor Schluss beim Stand von 20:25 sein letztes Time-out – und danach startete St.Otmar die grosse Aufholjagd. Drei Akteure waren dabei zentral: Tobias Wetzel als emotionaler Leader und unermüdlicher Arbeiter in der Deckung, Marcus Stroustrup als Motor und Regisseur in der Offensive und vor allem der überragende Torhüter Andreas Björkman Myhr, der total 20 Würfe abwehrte (43 Prozent) und seine Mannschaft in der kritischen Phase mehr als einmal in der Partie hielt.
Und dann war es eine jener Geschichten, die nur der Playoff-Handball schreiben kann. St.Otmar brauchte in der 60. Minute einen letzten Treffer. Tim Rellstab traf Marcus Stroustrup in der Verteidigung am Kopf, was eine weitere Rote Karte und darum (in den letzten 30 Sekunden) automatisch einen Siebenmeter zur Folge hatte. Carl Löfström übernahm die Verantwortung, glich aus und rettete die St.Galler in die Verlängerung. Und weil kurz vor Rellstab auch Pfadis Ivan Simic bereits eine Zeitstrafe kassiert hatte, konnte St.Otmar die Verlängerung in doppelter Überzahl beginnen. Mit dem Publikum im Rücken und wie beflügelt nahm Gelbschwarz den Schwung mit und schaffte mit vier Toren in den ersten dreieinhalb Minuten rasch die Entscheidung.
Für St.Otmar war es der erste Sieg in den Playoffs seit vier Jahren (übrigens auch damals gegen Pfadi Winterthur) – und damit der Ausgleich in der Viertelfinal-Serie. Damit steht bereits fest, dass es nach dem kommenden Auswärtsspiel am Donnerstag um 19.15 Uhr in der AXA Arena auch zu einem weiteren Heimspiel in der Kreuzbleiche kommen wird. Dieses findet am Samstag, 18. April, um 18 Uhr statt. Die entscheidende Phase der Meisterschaft ist so richtig lanciert.
Telegramm
TSV St.Otmar – Pfadi Winterthur 34:31 n.V. (13:15, 27:27)
Kreuzbleiche – 1'320 Zuschauer/innen – Sr. Hardegger/Hardegger.
Strafen: 4mal 2 Minuten plus Rote Karte (Brülisauer/46.) gegen St.Otmar; 4mal 2 Minuten plus zwei Rote Karten (Eggert/22. und Rellstab/60.) gegen Pfadi.
St.Otmar: Björkman Myhr (20 Paraden), Jochum (nicht eingesetzt); Bolt (1), Tobler, Dörwaldt, Brülisauer, Heinl (1), Stroustrup (6), Löfström (7/2), Höning (2), Jessen (1), Alves, Schneider (1), Möller (3), Braun (10/4), Wetzel (2).
Pfadi: Grazioli (4 Paraden), Kusnandar (7 Paraden); Eggert (1), Hübner (6), Mierzwa (3), Simic (1), Rellstab (6), Heer (1), Parkhomenko (4), Baumann, Krecic, Freiberg, Colakovic (4), Lioi (4/1), Köder (1), Mirdita.
Bemerkungen: St.Otmar ohne Lacok und Locher (beide verletzt). Grazioli hält Penalties von Löfström (27./13:14), Braun (38./15:17) und Stroustrup (51./20:24). Björkman Myhr hält Penalty von Mierzwa (58./26:26).
Playoff-Viertelfinal
Pfadi Winterthur (3.) – TSV St.Otmar (6.)
Stand: 1:1*
Spiel 1: Pfadi Winterthur – TSV St.Otmar 29:28
Spiel 2: TSV St.Otmar – Pfadi Winterthur 34:31 n.V.
Spiel 3: Do, 16.4., 19.15 Uhr, AXA Arena
Spiel 4: Sa, 18.4., 18.00 Uhr, Kreuzbleiche
Spiel 5 (ev.): Mi, 22.4., 19.15 Uhr, AXA Arena










