St.Otmar gewinnt intensiven und attraktiven Fight gegen Pfadi
Marco Ellenberger
Der TSV St.Otmar hat die ersten Big Points der Saison gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Michael Suter rang Pfadi Winterthur vor 800 Fans in der Kreuzbleiche verdient mit 27:25 (14:11) nieder. Die beiden Teams schenkten sich dabei gar nichts.

Es war so etwas wie Playoff-Handball im September: Maximale Intensität, unzählige Zweikämpfe, stabile Deckungen und alle möglichen taktischen Ausprägungen. Dazu ganz viel Arbeit für die als Wischer eingesetzten Junioren, die bei hohen Temperaturen gefühlt bei fast jedem Angriff aufs Feld mussten – und entsprechend eine Matchdauer von fast zwei Stunden. Und nach diesem grossen Fight jubelte richtigerweise St.Otmar über zwei Punkte. Die St.Galler lagen ab dem 1:0 während der gesamten Partie in Führung und wehrten sämtliche Aufholversuche der Winterthurer ab. Der achte Treffer des starken Marcus Stroustrup zum 27:23 (58.) machte endgültig den Deckel drauf.
In der unter anderem von vielen Zeitstrafen geprägten Partie – sieben gegen St.Otmar, neun gegen Pfadi – erarbeitete sich das Heimteam schon früh Vorteile, weil die Deckung ganz vorzüglich funktionierte. Die Winterthurer mussten sich acht Minuten lang für den ersten Treffer gedulden; St.Otmar lag zu jenem Zeitpunkt schon drei Längen voraus. In der stets sehr umkämpften, aber nie wirklich flüssigen oder schnellen Partie bedienten sich die beiden Trainer aller möglichen taktischen Varianten: Sieben gegen sechs, sieben gegen fünf, fünf gegen fünf in Überzahl, vier Rückraumspieler, vier Rückraumspieler plus ein Kreisläufer... nur eines änderte sich nicht: St.Otmar legte jeweils vor, Pfadi versuchte zu antworten.
Gelbschwarz hatte an diesem Sonntagabend aber auf einer Position einen entscheidenden Vorteil: Torhüter Andreas Björkman Myhr glänzte mit 15 Paraden und gewann das Goalieduell deutlich. Bei Pfadi kamen Ramon Kusnandar und der kurzfristig und im Geheimen verpflichtete schwedische Torhüter Rickard Frisk gemeinsam auf neun Paraden. Es war aber nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität: Björkman Myhr zog den Winterthurern auch in mehreren freien Duellen den Zahn. Neben ihm und Stroustrup überzeugten erneut auch Moritz Heinl, der erstmals im Topscorer-Shirt auflaufen durfte, und Kreisläufer Carl Löfström. Das Team verdiente sich aber gerade defensiv vor allem als Kollektiv gute Noten.
Nach der bitteren Niederlage am Mittwoch in Aarau sind die beiden nicht unbedingt budgetierten Punkte gegen Pfadi eine Wohltat fürs Gemüt. Und wie wertvoll sie im Kampf um die Finalrunde noch sein können, zeigt allein der Blick auf die Tabelle: Von Platz 3 (Pfadi) bis Platz 7 (St.Otmar) haben aktuell fünf Teams vier Zähler auf ihrem Konto. Nach dem Saisonstart mit vier Spielen in zwei Wochen steht jetzt eine kurze Erholungspause an. Am Mittwoch, 16. September, ist Stäfa zum nächsten Spiel in der Kreuzbleiche zu Gast.
Telegramm
TSV St.Otmar – Pfadi Winterthur 27:25 (14:11)
Kreuzbleiche – 810 Zuschauer/innen – Sr. Baur/Kappler.
Strafen: 7mal 2 Minuten gegen St.Otmar; 9mal 2 Minuten gegen Pfadi.
St.Otmar: Björkman Myhr (15 Paraden), Lacok (nicht eingesetzt); Bolt, Ljubetic, Dörwaldt, Brülisauer, Niederer, Heinl (6), Stroustrup (8), Löfström (7), Höning, Alves (2), Schneider, Möller (2), Braun (2/1), Wetzel.
Pfadi: Kusnandar (6 Paraden), Frisk (3 Paraden); Grazioli (nicht eingesetzt); Cuencas (8), Gorostidi (1), Simic, Rellstab (2), Heer, Parkhomenko, Baumann (4), Romer, Freiberg (1), Colakovic (4/3), Ben Romdhane (5), Köder, Mirdita.
Bemerkungen: St.Otmar ohne Jessen und Locher (beide verletzt). Björkman Myhr hält zwei Penalties von Colakovic (5./1:0 und 25./12:10). Heinl wirft Penalty über das Tor (54./25:22).










