Nach der Pause reisst der Faden: St.Otmar unterliegt Kriens-Luzern
Marco Ellenberger
Der TSV St.Otmar hat das Heimspiel gegen den HC Kriens-Luzern deutlich mit 26:34 (16:18) verloren. Die St.Galler zeigen in der ersten Halbzeit eine starke Leistung – nach dem Seitenwechsel wird das zuvor flüssige Spiel für Gelbschwarz eher zäh.

Moritz Heinl im Match gegen Kriens-Luzern. (Bild: Felix Walker)
Gelbschwarz forderte den Champions League-Teilnehmer von Beginn an auf Augenhöhe. Zwei, drei starke Paraden von Andreas Björkman Myhr und mehrere gute Offensivaktionen führten nach knapp einer Viertelstunde zu einer verdienten 8:6-Führung. Die Gäste aus der Zentralschweiz reagierten zwar mit vier Toren in Serie, St.Otmar hielt aber weiter dagegen und hätte mit etwas mehr Fortune bei Halbzeit durchaus auch vorne liegen können. Die beiden Mannschaften lieferten sich bis zu diesem Zeitpunk ein rassiges, physisch intensives und attraktives Duell.
Allerdings fand dies nach der Pause nicht wirklich eine Fortsetzung. St.Otmar und Kriens-Luzern neutralisierten sich zunächst mehrheitlich gegenseitig; beide Teams verstrickten sich in viele Zweikämpfe und der zuvor vorhandene Spielfluss ging etwas verloren. In den zwölf Minuten nach der Pause fielen bloss fünf Tore: Zwei für St.Otmar, drei für Kriens-Luzern. Auch, weil die St.Galler gute Chancen liegen liessen. Und es waren die defensiv jetzt sehr stabilen Zentralschweizer, die eher wieder aus dieser Baisse herausfanden. Als Marin Sipic nach 52 Minuten auf 29:22 erhöhte, war der Match entschieden.
Bei St.Otmar, das ohne den verletzten Emil Jessen antreten musste, stellte in der Startphase erneut Moritz Heinl seine gute Form unter Beweis. Auch Joschua Braun spielte zunächst stark auf; er verlor aber – wie viele seiner Teamkollegen – nach dem Seitenwechsel etwas die Wirkung, die Durchschlagskraft oder die Effizienz. Michael Suter wechselte in der Schlussphase viel durch und ermöglichte Mateo Ljubetic das Debüt in der höchsten Liga; der 19-jährige Flawiler nutzte die Gelegenheit sogleich für seinen ersten Treffer.
Mit dem überzeugenden Auftritt in Bern und der starken ersten Halbzeit gegen Kriens-Luzern bewies der TSV St.Otmar, dass er auf dem richtigen Weg ist. Die Niederlage im ersten Heimspiel vor 880 Fans in der Kreuzbleiche fiel am Ende aber dennoch deutlich aus. Der stark und breit besetzte Schweizer Meister von Trainer Andy Schmid drückte dem Spiel dann noch den Stempel auf.
Telegramm
TSV St.Otmar – HC Kriens-Luzern 26:34 (16:18)
Kreuzbleiche – 880 Zuschauer/innen – Sr. Kessler/Mild.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen St.Otmar; 5mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern.
St.Otmar: Björkman Myhr (9 Paraden), Lacok (ab 51./1 Parade); Bolt (3), Ljubetic (1), Dörwaldt, Brülisauer, Niederer (1), Heinl (3/1), Stroustrup (3), Löfström (4), Höning (1), Alves (1), Schneider (1), Möller, Braun (7/1), Wetzel (1).
Kriens-Luzern: Pilipovic (12 Paraden), Car (nicht eingesetzt); Aellen, Zimmermann, Wolfisberg (5), Fuchs, Epp, Oertli (2), Schlumpf (1), Sipic (5), Bader, Schelker (6/4), Herburger (3), Jerome Müller (6/1), Justin Müller, Bilyk (5).
Bemerkungen: St.Otmar ohne Jessen und Locher (beide verletzt). Pilipovic hält Penalty von Braun (31./16:18). QHL-Debüt von Mateo Ljubetic. Gedenkminute für den verstorbenen ehemaligen St.Otmar-Präsidenten Hans Wey.










